Arbeiten

Arbeiten in den Niederlanden!

Wer in unterschiedlichen Ländern wohnt und arbeitet und täglich oder mindestens wöchentlich zurückkehrt in das Wohnland ist ein sogenannter Grenzpendler. Dieser hat aufgrund von EU-Verordnungen nach europäischem Recht einen besonderen Status. Es ist festgelegt, welches Recht zutrifft, wobei gilt, dass jeweils nur ein Sozialversicherungsrecht gelten darf: Entweder des Wohnlandes oder des Arbeitslandes, in diesem Fall also entweder das deutsche oder niederländische Sozialversicherungssystem. Im Prinzip gilt das Versicherungsrecht des Arbeitslandes. Dabei ist es egal, wie viele Stunden dort gearbeitet wird oder wie viel man verdient.
Für Grenzpendler regeln EU-Verordnungen, welches Versicherungsrecht zutrifft. Beispiel: Wohnt jemand in den Niederlanden und arbeitet in Deutschland, dann gilt für denjenigen die deutsche Sozialversicherung. Arbeitet jemand in mehr als einem Land, dann ist in der Regel die Sozialversicherung des Wohnlandes zuständig. EU-Bürger benötigen keine Arbeitserlaubnis für die Beschäftigung in einem anderen EU-Staat. Bei einem längeren Aufenthalt ist allerdings in der Regel, je nach EU-Staat, wohl eine Art „Aufenthaltserlaubnis“ erforderlich. Für das Arbeitsrecht gilt, dass im Prinzip das Recht des Arbeitslandes Anwendung findet. Dennoch empfiehlt es sich, das anzuwendende Recht vertraglich festzulegen, um so darüber Klarheit zu haben, ob es zum Beispiel eine (gesetzliche) Probezeit gibt bzw. welche Kündigungsfristen gelten.
Das Steuerrecht ist nicht durch EU-Verordnungen geregelt; hierfür gelten die jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen, die die Länder bilateral miteinander vereinbart haben. So haben auch Deutschland und die Niederlande ein Abkommen, um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden. Im Prinzip gilt, dass Einkünft aus unselbständiger Arbeit im jeweiligen Arbeitsland zu versteuern sind.

 

Sie wohnen in Deutschland und arbeiten in den Niederlanden

Het inkomen uit werkzaamheden wordt in Nederland belast. Als u geen andere inkomsten hebt, betaalt u in Duitsland geen inkomstenbelasting.
Een grensganger heeft twee keer zoveel papierwerk om in te vullen. U hebt met instanties in Nederland en Duitsland te doen. U moet bijvoorbeeld niet alleen in twee landen belastingaangifte doen, u hebt ook met de Duitse Krankenkasse te doen en de Nederlandse zorgverzekeraar en soms ook UWV.
Hieronder vindt u informatie die verder ingaat op specifieke onderdelen waar u mee te maken kunt krijgen.
U woont in Duitsland en werkt in Nederland. Dat kan als werknemer zijn, maar ook als zelfstandig ondernemer. In de Europese Verordening is vastgelegd welke sociale verzekeringen op u van toepassing zijn. Dit is ondermeer belangrijk om te weten waar u verzekerd bent en waar u de premies sociale verzekeringen moet betalen. De hoofdregel is dat op u de Nederlandse sociale verzekeringen van toepassing zijn. Dit houdt in dat u verzekerd bent naar Nederlands recht. Bent u bijvoorbeeld op dit moment particulier verzekerd in Duitsland, dan zorgen uw werkzaamheden in Nederland er voor dat u verplicht verzekerd wordt.
Wenn Sie in Deutschland wohnen und in den Niederlanden arbeiten, sei es als Arbeitnehmer oder als Selbständiger, fallen Sie aufgrund der EU-Verordnungen unter das niederländische Sozialversicherungssystem. Das bedeutet, dass Sie im Arbeitsland (Niederlande) die Beiträge zur Sozialversicherung zahlen und nach niederländischem Recht versichert sind. Wenn Sie zum Beispiel bislang in Deutschland privat krankenversichert waren, dann wechseln Sie aufgrund der Arbeit in den Niederlanden in die niederländische Pflichtversicherungen.
Das niederländische Einkommen wird in den Niederlanden (Arbeitsland) versteuert. Haben Sie in Deutschland (Wohnland) keine weitere Einkünfte, dann zahlen Sie in Deutschland keine Lohn-/Einkommensteuer.
 
Wo bin ich Versichert?
Wenn Sie in den Niederlanden eine Arbeit aufnehmen, sind Sie im Prinzip nicht mehr im deutschen
Sozialversicherungssystem pflichtversichert. In einigen Fällen und unter bestimmten Voraussetzungen gelten
jedoch Ausnahmen. Bei einer internationalen Entsendung, oder wenn Sie im internationalen Verkehrswesen
arbeiten, bleiben Sie beispielsweise in Deutschland versichert.

Welche Gesetzgebung gilt
Welche Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit für Sie gelten, bestimmen EU-Verordnungen. Darin ist
festgelegt, dass, wenn Sie (auch) in einem anderen Land arbeiten, nur die Rechtsvorschriften über soziale
Sicherheit eines einzigen Landes gelten. Um welches Land es sich dann handelt, ist in derselben Verordnung
festgelegt. Die Grundregel besagt, dass die Rechtsvorschriften desjenigen Landes gelten, in dem Sie arbeiten.
Ausnahmen

Internationale Entsendung
Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber befristet in den Niederlanden eingesetzt werden oder wenn Sie als
Selbstständiger befristet in den Niederlanden arbeiten, besteht die Möglichkeit, für einen kurzen Zeitraum die
Rechtsvorschriften für soziale Sicherheit Deutschlands anzuwenden. Das wird Entsendung (detachering)
genannt. Um als Arbeitnehmer für eine Entsendebescheinigung in Betracht zu kommen, müssen Sie folgende

Bedingungen erfüllen:
• Sie sind unmittelbar vor der Entsendung im staatlichen Sozialversicherungssystem Ihres Wohnstaates
versichert;
• Sie stehen in einem Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber, der Sie entsendet;
• Ihr Gehalt wird vom Arbeitgeber in Ihrem Wohnstaat weiterbezahlt;
• Ihre Entsendung dauert nicht länger als 12 Monate;
• Sie werden nicht als Ablösung für einen Kollegen entsandt, dessen 12-monatige Entsendung zuvor endete;
• Ihr Arbeitgeber übt substanzielle Aktivitäten in Ihrem Wohnstaat aus.
 Um als Selbstständiger für eine Entsendebescheinigung in Betracht zu kommen, müssen Sie als
Selbstständiger folgende Bedingungen erfüllen:
• Sie sind unmittelbar vor der Entsendung im Sozialversicherungssystem Ihres Wohnstaates versichert;
• Sie besitzen die Nationalität eines EU- oder EWR-Staates oder Sie sind staatenlos oder Flüchtling;
• Ihre Entsendung dauert nicht länger als 12 Monate;
• Sie üben substanzielle Aktivitäten in Ihrem Wohnstaat aus.
Wenn Sie die Bedingungen erfüllen, dann können Sie selbst oder Ihr Arbeitgeber vor Ihrem Umzug eine
Entsendebescheinigung E101 bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem Rentenversicherungsträger beantragen. In
besonderen Fällen können die deutschen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit insgesamt bis zu fünf
Jahre gültig bleiben. Ihre Familienmitglieder sind bei einem Umzug in die Niederlande nicht länger in
Deutschland sozialversicherungspflichtig.
 
 
Internationales Verkehrswesen
Wenn Sie Arbeitnehmer im internationalen Verkehrswesen (Luftfahrt, Schifffahrt oder Straße) sind, gilt als
Grundregel, dass die Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit des Landes gelten, in dem Ihr Arbeitgeber
seinen Sitz hat. Es gibt auch hier einige Ausnahmen.

 

Kurzinfo Soziale Sicherheit

Als Grenzgänger unterliegen Sie dem sozialen Sicherungssystem des Landes, in dem Sie arbeiten. Das bedeutet, dass Sie alle Beiträge zur Einwohnerversicherung in den Niederlanden, nach dort geltendem Recht, bezahlen. Zudem müssen Sie Ihr Einkommen aus dieser Beschäftigung in den Niederlanden (d.h. im Tätigkeitsland) versteuern.

 

Krankenversicherung
Sie können in Deutschland und in den Niederlanden zum Arzt gehen. Jeder Arbeitnehmer in den Niederlanden ist gesetzlich pflichtversichert. Jeder, der älter als 18 Jahre ist, muss selbst versichert sein und Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Für Grenzgänger bedeutet dies, dass sie in den Niederlanden krankenversichert werden. Über ein Formular E 106 (ausgestellt durch die niederländische Krankenkasse) lassen Sie sich bei Ihrer bisherigen deutschen Krankenkasse einschreiben. Somit können Sie als Grenzgänger in beiden Ländern Sachleistungen in Anspruch nehmen. Familienangehörige werden in den Niederlanden nicht mehr als
Mitversicherte betrachtet; sie gelten lediglich aufgrund der Verordnungsvorschriften als in Deutschland anspruchsberechtigte Personen und müssen sich beim College voor Zorgverzekeringen (CVZ) anmelden. Bei einem niedrigen Nettolohn kann man über die das niederländische Finanzamt einen „zorgtoeslag“ (Beitragszuschuß) beantragen. Geldleistungen im Falle einer Krankheit (Krankengeld) erhalten Grenzgänger immer aus dem Tätigkeitsland. In den Niederlanden muss der Arbeitgeber im Krankheitsfall bis zu zwei Jahren den Lohn fortzahlen (70% des letzten Verdienstes).

 

Rentenversicherung
Sie zahlen Ihre Rentenversicherungsbeiträge in den Niederlanden und bauen dort auch eine niederländische Rente auf. In den Niederlanden unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Rentenarten, einmal die so genannte gesetzliche Einwohnerrente (AOW) und daneben die freiwilligen bzw. durch Tarifvertrag festgelegte Betriebsrenten. Jeder Grenzgänger erhält später, wenn er 65 ist, durch seine Arbeit in den Niederlanden pro Beschäftigungsjahr 2% der Einwohnerrente (AOW). Klären Sie bei Ihrem niederländischen Arbeitgeber somit rechtzeitig, ob und in wieweit eine Betriebsrente tarifvertraglich geregelt ist. Wichtig: Wenn Sie für
ein uitzendbureau arbeiten, bauen Sie in den ersten 26 Wochen keine Betriebsrente auf. Wenn Sie in Deutschland und den Niederlanden gearbeitet haben, werden Sie somit im Rentenalter Renten aus zwei Ländern beziehen.

 

Familienleistungen
Sie erhalten immer das höchste Kindergeld. Wenn Sie als Grenzgänger der alleinige Verdiener in der Familie sind, erhalten Sie niederländisches Kindergeld (kinderbijslag), das bei der Sociale Verzekeringsbank zu beantragen ist. Da jedoch das deutsche Kindergeld in der Regel höher ist, kann der nicht arbeitende Partner im Wohnland (Deutschland) den Differenzbetrag über einen formlosen Antrag bei der zuständigen Familienkasse beantragen. Arbeitet ein Elternteil in Deutschland, so verbleibt der gesamte Anspruch auf Kindergeld im Wohnland. Wenn beide Partner oder ein Alleinerziehender in den Niederlanden arbeiten, gilt ungeachtet des Wohnsitzes in Deutschland, dass ausschließlich ein Anspruch auf niederländisches Kindergeld besteht und eine Aufstockung auf
das deutsche Niveau nicht möglich ist. In den Niederlanden wird das Kindergeld rückwirkend für drei Monate gezahlt, während der Differenzbetrag aus Deutschland monatlich überwiesen wird.

 

Arbeitslosenversicherung
Die Arbeitslosenversicherungsbeiträge werden in den Niederlanden gezahlt. Bei Arbeitslosigkeit erhalten Sie die entsprechenden Leistungen allerdings in Ihrem Wohnland nach den dort geltenden Rechtsvorschriften und in der Regel nicht im Arbeitsland. Mit der Bescheinigung E 301, die Sie beim UWV (Tel.: +31 113 750 350) erhalten, werden die niederländischen Beitragszeiten von der deutschen Leistungsstelle so berücksichtigt, als ob es deutsche Beitragszeiten wären. Lediglich unter ganz besonderen Umständen ist es möglich, Arbeitslosengeld aus dem Arbeitsland zu erhalten. Informationen darüber gibt es beim UWV.

 

Steuern
Grundsätzlich ist man steuerpflichtig im Wohnland. Aufgrund des deutsch-niederländischen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) sind Einkünfte aus einer nichtselbständigen Beschäftigung jedoch in den Niederlanden zu versteuern. Vor Arbeitsaufnahme ist bei der niederländischen Finanzbehörde (belastingdienst) telefonisch (+31 800 0543) eine BS-Nummer (burgerservicenummer) zu beantragen und nach Terminbestätigung durch das gewünschte Finanzamt dort unter Vorlage des Personalausweises persönlich abzuholen. Über die BS-Nummer werden sowohl die Steuern als auch die gesetzlichen Beiträge zur Volksversicherung (loonheffing)
an das niederländische Finanzamt abgeführt. Außerdem erhalten Sie vom belastingdienst eine loonbelastingverklaring, die Sie ausfüllen und Ihrem Arbeitgeber geben müssen. Zuständig für Grenzgänger ist die Abteilung „Ausland“ des Finanzamtes in Heerlen (Niederlande). Falls Sie in einem Jahr sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden gearbeitet haben, müssen Sie auch in beiden Ländern eine Einkommenssteuererklärung abgeben.

 

Löhne
In der Regel ist der durchschnittliche Bruttolohn in den Niederlanden niedriger als in Deutschland. Der Unterschied zum Nettolohn ist meistens geringer, da die niederländischen Abgaben und Steuern niedriger sind. Ferner kennt das niederländische Steuersystem keine Steuerklassen, d.h. jeder Arbeitnehmer wird unabhängig von seinem Familienstand gleich besteuert. Somit kann das Arbeiten in den Niederlanden insbesondere für ledige Arbeitnehmer interessant sein, die in Deutschland eine höhere Steuerklasse haben. In den Niederlanden gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn; dieser beträgt für eine Person ab 23 Jahren brutto 1.335 Euro im Monat
(Stand: 1. Januar 2008).

 

Arbeitsrecht

Eine Grundlage des niederländischen Arbeitsrechts ist die Bedeutung von Tarifverträgen (CAO). Es gibt im Gesetz nur sehr wenig zwingende Vorschriften, die nicht durch Tarifverträge nach oben oder unten abgeändert werden können. Es existieren ca. 850 Tarifverträge auf Unternehmens- oder Branchenebene. Fast alle Tarifverträge auf Branchenebene gelten für alle Beschäftigten der Branche. 85 % der Beschäftigungsverhältnisse sind tariflich gedeckt. Schriftlicher Nachweis der wesentlichen Bedingungen
Basierend auf EU-Recht muss der Arbeitgeber innerhalb eines Monats nach Beginn des Arbeitsverhältnisses dem
Arbeitnehmer/der Arbeitnehmerin schriftlich die wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses mitteilen. Dieses sind: Name und Anschrift der Vertragsparteien, Ort der Ausführung der Arbeit, Art der Arbeit, Beginn des Arbeitsverhältnisses, ob es sich um einen befristeten Arbeitsvertrag handelt und falls ja, die Dauer der Befristung, Urlaubsanspruch, Kündigungsfrist, Gehalt und Zahlungsfrist, bei Akkordlohn: die Methode der Berechnung, übliche Arbeitszeiten, Information über eventuelle Pensionspläne, gegebenenfalls Information über den relevanten Tarifvertrag, ob es sich um einen Zeitarbeitsvertrag handelt.

 

Probezeit
Im Arbeitsvertrag kann schriftlich eine Probezeit vereinbart werden, innerhalb derer das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten fristlos gekündigt werden kann. Bei unbefristeten Verträgen oder befristeten Arbeitsverhältnissen mit einer Dauer von mindestens zwei Jahren kann die Probezeit maximal zwei Monate betragen, bei befristeten Arbeitsverhältnissen von weniger als zwei Jahren ist die Dauer auf einen Monat beschränkt. In aufeinander folgenden befristeten Beschäftigungen oder bei der Umwandlung in einen unbefristeten Vertrag (mit gleichartiger Beschäftigung) darf keine erneute Probezeit vereinbart werden.

 

Entlohnung
Die Höhe des Lohns kann frei vereinbart werden. Dabei müssen eventuelle Tarifverträge sowie das Gesetz über
Mindestlöhne beachtet werden. Beschäftigte haben einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld. Dieses beträgt 8 % des Jahresbruttolohns. Bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird das Urlaubsgeld sofort fällig.

 

Betriebliche Altersvorsorge
Eine wesentliche Rolle spielt die betriebliche Altersvorsorge. So ist für ca. 200 Branchen gesetzlich vorgeschrieben, sich einer Betriebspensionskasse anzuschließen. Darüber hinaus sehen zahlreiche Tarifverträge Pensionspläne vor. Ebenso kann einzelvertraglich eine Pensionszusage erfolgen. Wegen der großen Rolle, die die betriebliche Altersvorsorge in den Niederlanden spielt, sollte bei Vertragsverhandlungen auf jeden Fall danach gefragt werden. Üblich ist, dass der Arbeitgeber in einen staatlich lizenzierten Pensionsplan einer Versicherungsgesellschaft einzahlt.

 

Lohnfortzahlung
Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass Beschäftigte im Falle von Krankheit 104 Wochen lang 70 % des letzten Gehalts erhalten, mindestens jedoch den gesetzlichen Mindestlohn. Allgemein üblich und in zahlreichen Tarifverträgen vereinbart ist eine Lohnfortzahlung bis zu 100 % für das erste Jahr. Arbeitnehmerinnen dürfen nicht aufgrund von Krankheit innerhalb der ersten beiden Jahre ihrer Erkrankung entlassen werden.

 

Kündigung
Eine Kündigung ist zum Monatsende möglich. Dabei sind folgende gesetzlichen Kündigungsfristen von beiden Parteien zu beachten:
Bei einer Beschäftigungsdauer
-  bis zu 5 Jahren 1 Monat
-  zwischen 5 und 10 Jahren 2 Monate
-  zwischen 10 und 15 Jahren 3 Monate
-  ab 15 Jahren 4 Monate
Es ist möglich, arbeitsvertraglich andere Fristen zu vereinbaren. Dabei ist jedoch zu beachten, dass bei Kündigung durch den Arbeitgeber mindestens die o. g. Fristen gelten und die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber doppelt so lang ist wie für den/die Arbeitnehmerin. Die Frist für eine arbeitnehmerseitige Kündigung darf maximal 6 Monate betragen. Andere Abweichungen können nur tariflich vereinbart werden. In vielen Tarifverträgen sind abweichende Kündigungsfristen vereinbart.

 

  Steuer

 Wenn Sie in den Niederlanden arbeiten möchten, müssen Sie beim niederländischen Finanzamt
(belastingdienst) eine Burgerservicenummer oder SoFi-Nummer beantragen. Die neunstellige Nummer, muss
persönlich beim niederländischen Finanzamt in Alkmaar, Almelo, Amsterdam, Breda, Den Haag, Doetinchem,
Eindhoven, Goes , Groningen, Heerlen, Leiden, Leeuwarden, Nijmegen, Rotterdam, Utrecht oder Zwolle
beantragt werden. Mitzubringen ist ein gültiger Personalausweis oder Pass. Der Führerschein wird nicht als
Identitätsnachweis akzeptiert.

 

Steuerpflicht
Ein in Deutschland wohnhafter und in den Niederlanden beschäftigter Arbeitnehmer hat in beiden Staaten mit
dem Finanzamt zu tun. Um eine Doppelbesteuerung von Einkünften zu vermeiden, haben beide Staaten eine
vertragliche Vereinbarung (das DBA = Doppelbesteuerungsabkommen) getroffen. Dieses Abkommen, das
nur für die Niederlande gilt, mit anderen Nachbarländern wurden andere Abkommen getroffen, regelt in
welchem Staat Sie Ihre Einkünfte versteuern müssen. Im Allgemeinen gilt der Grundsatz, dass der Staat, in
dem Leistungen erbracht werden, diese auch besteuert. Wenn Sie also in den Niederlanden bei einem dort
ansässigen Unternehmen beschäftigt sind, müssen Ihre Einkünfte in den Niederlanden versteuert werden.
Das bedeutet konkret, dass der Arbeitgeber von Ihren Bruttoeinkünften die Lohn- bzw. Einkommensteuer
(inkomstenbelasting) einbehält und diese an das niederländische Finanzamt abführt. Zur so genannten
„Lohnabgabe“ (loonheffing) durch das Finanzamt gehören auch die Beiträge zur Sozialversicherung (premies
voor de volksverzekeringen).
Für internationale Lkw-Fahrer und Mitarbeiter im Schulwesen gelten gesonderte Regelungen.
Die “90%-Regelung” im Doppelbesteuerungsabkomen Niederlande-Deutschland
Hat der (Ehe)Partner des Grenzarbeiters kein oder lediglich ein geringes Einkommen (< € 5.500 im Jahr) so
hat der Ehepartner Anspruch auf € 1.894 im Jahr, die das Finanzamt Heerlen (Belastingdienst Buitenland) in
monatlichen Raten auszahlt. Die Auszahlung ist bei dem Belastingdienst Buitenland in Heerlen zu
beantragen. Voraussetzung ist allerdings, dass 90 Prozent des gemeinsamen Einkommens (das so genannte
Welteinkommen der Familie) aus den Niederlanden kommt. Wird diese “90%-Bedingung” erfüllt, dann hat
man zusätzlich noch Anspruch auf den (ergänzenden) Kombinationsfreibetrag - (aanvullende)
combinatiekorting - (€ 398), (ergänzender) Freibetrag für allein stehende Eltern (€ 1.401), ), (ergänzender)
Freibetrag für Eltern (€ 1.401).
Erfüllt man nicht die Voraussetzung der “90%”-Regelung” so gilt, dass man nur Anspruch hat auf die
vollständige algemene heffingskorting (€ 1.894) sowie auf ungefähr 91% der arbeidskorting (€ 1.287 bis €
2.019)

 

Beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig
Wenn Sie in Deutschland wohnen und in den Niederlanden arbeiten, werden Sie als „ausländisch
steuerpflichtig“ (Buitenlands belastingplichtig) betrachtet. Ausländische Steuerpflichtige haben die
Möglichkeit, auf gleiche Art und Weise wie inländische Steuerpflichtige (in den Niederlanden wohnend)
behandelt zu werden.
Die Entscheidung für die inländische oder ausländische Steuerpflicht kann unabhängig vom Einkommen
getroffen werden. Wenn man sich als ausländisch Steuerpflichtiger für die inländische Steuerpflicht
entscheidet, hat das zur Folge, dass man Anspruch hat auf alle Einkommensregelungen, alle
personengebundenen Abzüge und auch für die Steuerermäßigungen in Betracht kommt. Hierdurch kann man
zum Beispiel die Hypothekzinsen für die im Ausland befindliche Eigentumswohnung auf das in den
Niederlanden besteuerte Einkommen in Abzug bringen Für die Feststellung Ihrer Steuerpflicht ist eine
dementsprechende Erklärung erforderlich. Das Formular erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber.
Telefonnummer Finanzamt Ausland: 0031-555385385
Website Finanzamt Niederlande: www.belastingdienst.nl (Auch viel Information in die deutsche Sprache)

 

 Burger Service Nummer (BSN), oder Sofi-Nummer

 Die Burger Service Nummer oder Sofi-Nummer (Steuer- und Sozialbeitragsnummer) ist eine personengebundene
Identifikationsnummer, die jedem Steuerpflichtigen in einer Datenbank des Finanzamts zugeteilt
wird. Die Sofi-Nummer ist eine völlig willkürlich gewählte Nummer, die keinerlei Informationen über die Person
enthält, der die Nummer zugeteilt worden ist.
In den folgenden Fällen benötigen Sie eine Sofi-Nummer:
• Sie haben Ihren Wohnsitz in den Niederlanden oder halten sich vorübergehend dort auf und sind in den
Niederlanden steuerpflichtig.
• Sie haben Ihren Wohnsitz im Ausland und sind in den Niederlanden steuerpflichtig.
Auch für ein Bankkonto, eine Krankenversicherung, Studiengeld aus den Niederlanden, niederländisches Kindergeld,
usw. brauchen Sie eine Sofi-Nummer.
Wie beantragen Sie eine Sofi-Nummer?
Um eine Steuer- und Sozialversicherungsnummer zu beantragen, vereinbaren Sie zunächst einen Termin
beim Finanzamt. Wenden Sie sich dazu an das Finanzamt in Heerlen, 0031-55-5385385. Dort können Sie einen
Termin bei einem der folgenden Finanzämter vereinbaren:
• Alkmaar
• Almelo (Für das Finanzamt in Almelo können Sie diese Nummer anrufen zum vereinbaren eines Termins:
0031-546-472674)
• Amsterdam
• Breda
• Den Haag
• Doetinchem
• Eindhoven
• Goes
• Groningen
• Heerlen
• Leiden
• Leeuwarden
• Nijmegen
• Rotterdam
• Utrecht
• Zwolle

 

Die Steuer- und Sozialversicherungsnummer abholen
Wenn Sie Ihre Steuer- und Sozialversicherungsnummer beim Finanzamt abholen oder einen Termin beim Finanzamt haben, sollten Sie einen gültigen Ausweis vorweisen können. Als gültiger Ausweis gilt:
• Reisepass;
• europäischer Personalausweis;
• Personalausweis eines Landes der Europäischen Union.

 

Wichtiger Hinweis!
Ein Führerschein gilt nicht als Ausweis.
(Personen aus Nicht-Mitgliedsstaaten der EU müssen eine gültige Aufenthaltsgenehmigung vorweisen, aus
der hervorgeht, dass im Hinblick auf die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit keine Einschränkungen vorliegen.
Sie sollten in dem Fall außerdem eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis vorweisen können. Die betreffenden
Dokumente müssen bei der Beantragung einer Sofi-Nummer vorgelegt werden.)

 

 Krankenversicherung

Jeder der in den Niederlanden arbeitet muss sich bei einer Krankenkasse pflichtversicheren. In den
Niederlanden kennt man ‘de zorgverzekeringswet’ (ZVW) die man mit der Krankenversicherung vergleichen
kann. Ausserdem kennt man ‘de Algemene Wet Bijzondere Ziektekosten’ (AWBZ), die vergleichbar ist mit der
deutschen Pflegeversicherung. Der Grenzgänger kann beide Versicherungen in den Niederlanden nutzen.
Weil er in Deutschland wohnt, kann er mittels eines EU-Vertrages auch Leistungen der Krankenkasse seines
Wohnlandes in Anspruch nehmen. Hierzu braucht er das E106 Formular.

 

Anmeldung
Sobald ein Grenzgänger eine Arbeitsstelle in den Niederlanden gefunden hat braucht er außer einer
Bürgerservicenummer vom Finanzamt auch eine Krankenversicherung.
Die Wahl einer Krankenversicherung in den Niederlanden ist frei. Bei der Anmeldung in eine Krankenkasse
muss angegeben werden, dass man in Deutschland wohnt und das Formular E106 braucht. Die
Krankenkasse schickt das Formular E 106 zum Grenzgänger oder direkt zur deutschen Krankenkasse.
Hiermit kann der Grenzgänger dann sowohl die deutsche als auch die niederländische Krankenversicherung
nutzen.

 

Prämien
Der Grenzgänger zahlt die Prämien in den Niederlanden. Die Prämie für die Pflegeversicherung (AWBZ) wird
direkt vom Gehalt einbehalten. Vom Einkommen abhängig wird auch die Prämie für die Krankenversicherung
(ZVW) einbehalten. Diese Prämie wird vom Arbeitgeber Brutto wieder erstattet. Außerdem bezahlt der
Arbeitnehmer den Basisbeitrag für die Krankenversicherung direkt an seine Krankenkasse. Dieses ist ein
Betrag von circa € 90,- im Monat. In den Niederlanden hat man ein verpflichtetes eigenes Risiko von € 150,-
im Jahr. Dieses tritt nur dann in Kraft, wenn man die niederländische Krankenversicherung nutzt. Der
Grenzgänger kann auch eine private Zusatzversicherung abschließen. Dies kann in den Niederlanden
geschehen wenn er die niederländischen Leistungen nutzen möchte, oder aber in Deutschland, wenn er die
deutschen Leistungen nutzen möchte. Im Allgemeinen nutzen Grenzgänger die in Deutschland wohnen die
deutschen Leistungen und eine Zusatzversicherung ist dann nicht nötig.

 

Familienversicherung
Wenn Ihr Partner und/oder Kinder bei Ihnen mitversichert werden müssen, wird dieses durch die deutsche
Krankenkasse nach deutschem Recht festgelegt. Der verheiratete Partner, ohne ein Einkommen oder mit
einem minimalen Einkommen (Minijob oder ein Verdienst bis zu € 325,- im Monat) und Kinder können nach
dem deutschen Recht mitversichert werden. Die deutsche Krankenkasse füllt dafür die Rückseite des
Formulars E106 aus und schickt dieses zurück zur CVZ in die Niederlande. CVZ ist keine Krankenkasse,
aber registriert alle Familienversichterten und sorgt für die Beitrags-Eintreibung. Der verheiratete Partner und
die Kinder die 18 Jahre oder älter sind, bezahlen den Basisbeitrag in den Niederlanden an CVZ. An die
deutsche Krankenkasse braucht kein Beitrag gezahlt zu werden. Wenn der Partner in Deutschland arbeitet
und selbstständig versicherungspflichtig ist, werden die Kinder mit dem Partner zusammen in Deutschland
versichert. Ihr Partner und die Kinder haben dann nichts mit der niederländischen Krankenversicherung
(ZVW) oder der niederländischen Pflegeversicherung (AWBZ) zu tun.

 

Beihilfe zur Krankenversicherung
Weil die Prämie für die Krankenversicherung relativ teuer ist, besteht in den Niederlanden die Möglichkeit auf
Beihilfe über das niederländische Finanzamt. Diese Beihilfe ist Einkommensabhängig und wird monatlich
ausbezahlt. Einen Antrag auf Beihilfe kann man stellen, wenn das Jahreseinkommen für Alleinstehende unter
€ 26.071,- und für Eheleute unter € 41.880,- ist.

 

  Arbeitslos

Wird ein in Deutschland wohnhafter Grenzpendler in den Niederlanden (Beschäftigungsland) arbeitslos, so
muss zunächst unterschieden werden zwischen einer vollständigen und endgültigen Arbeitslosigkeit
einerseits, und einer zeitlich beschränkten oder teilweisen Arbeitslosigkeit andererseits. Wenn das
Arbeitsverhältnis vollständig beendet oder der (befristete) Arbeitsvertrag abgelaufen ist, hat man als
Grenzpendler Anspruch auf Leistungen im Wohnland nach dem deutschen Gesetz. Die Agentur für Arbeit
muss bei der Berechnung der Höhe und Dauer des deutschen Arbeitslosengeldes sowohl die
niederländischen als auch die vorangegangenen deutschen Zeiträume der Sozialversicherungspflicht
berücksichtigen. Das Arbeitslosengeld wird demnach so berechnet, als ob der jetzt arbeitslose Grenzpendler
die niederländische Arbeitszeit in Deutschland verbracht hätte. Kann jedoch im Falle einer vollständigen
Arbeitslosigkeit zum Beispiel mittels eines Arbeitsvertrages nachgewiesen werden, dass der arbeitslose
Grenzpendler innerhalb absehbarer Zeit doch wieder in den Niederlanden arbeiten wird (auch in Teilzeit), so
kann ein Anspruch auf Arbeitslosengeld (werkloosheidsuitkering) in den Niederlanden bestehen, da dieser
Grenzarbeiter dann als ein zeitlich beschränkt (teilweise) arbeitslos gewordener Grenzpendler gesehen wird.
Ist man vorübergehend oder teilweise ohne Arbeit, der Arbeitsvertrag ist also nicht aufgehoben, hat man
Anspruch auf die niederländische werkloosheidsuitkering. Die Höhe des niederländischen Arbeitslosengeldes
richtet sich nach dem Alter, den (deutschen und niederländischen) Beschäftigungszeiten und dem Verdienst.
Dennoch empfiehlt es sich, Ansprüche vorher mit der niederländischen Leistungsstelle UWV zu klären, da im
Falle einer Ablehnung rückwirkend keine Ansprüche in Deutschland geltend gemacht werden können.
Niederländer, die ihren Wohnsitz nach Deutschland verlegt haben und als Grenzpendler in den Niederlanden
arbeiteten, haben im Falle einer vollständigen Arbeitslosigkeit Anspruch auf Leistungen von der deutschen
Arbeitsagentur. Die Nationalität spielt in diesem Fall keine Rolle, es gilt das so genannte “Wohnlandprinzip”.
In äußerst wenigen Fällen – den so genannten “Miethe-Fällen” – kann unter bestimmten Umständen doch
Anspruch auf Leistungen aus dem Arbeitsland (Niederlande) bestehen. Das kann zum Beispiel dann der Fall
sein, wenn man erst kurze Zeit in Deutschland wohnt, dort keine persönlichen oder sozialen Bindungen hat
und die Möglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt gleich “Null” sind. Bitte beachten Sie, dass diese
Ausnahmeregelung nicht gilt, wenn Sie nach Eintritt der Arbeitslosigkeit nach Deutschland umgezogen sind
oder Krankengeld bezogen haben.

 

Konkursausfallgeld
Im Falle eines Konkurses gibt es auch für Grenzpendler eine Art Konkursausfallgeld vom UWV.

 

Arbeitslosmeldung
Arbeitslosengeld und andere Leistungen gibt es ab dem Tag, an dem man sich persönlich im Arbeitsamt
seines Wohnortes arbeitslos gemeldet hat. Darum sollte ein Grenzpendler spätestens am ersten Tag der
Arbeitslosigkeit zur Arbeitsagentur gehen. Für die Berechnung der Höhe und Dauer des Arbeitslosengeldes
benötigt die Arbeitsagentur Informationen über die Beschäftigungszeit und den Verdienst in den
Niederlanden. Diese Informationen werden anhand des Formulars E 301 (NL) vom Arbeitsland (Niederlande)
an das Wohnland (Deutschland) übermittelt. Das E-301 (NL) wird von der UWV (Tel. +31-113-750350,
Abteilung Verträge, Postbus 86, 7550 AB Hengelo, Niederlande) ausgestellt und sollte umgehend beantragt
werden, sobald die Arbeitsbeendigung bekannt ist. Das E301 enthält Angaben des niederländischen
Arbeitgebers über persönliche Daten, Höhe des Gehaltes, Funktion, usw. Es empfiehlt sich, eine Kopie der
E301-Bescheinigung bei den eigenen Unterlagen aufzubewahren.
FVP (Financiering Voortzetting Pensioenverzekering)
Unter bestimmten Voraussetzungen kann mit Hilfe der Stiftung FVP die niederländische
Betriebspensionsversicherung auch während der Arbeitslosigkeit fortgesetzt werden. Die dafür erforderlichen
Beiträge zahlt die FVP. Dort muss auch der Antrag auf die Prämienzahlung gestellt werden. Diese Regelung
gilt auch für Grenzarbeiter, die nach der Arbeit in den Niederlanden Anspruch haben auf deutsches
Arbeitslosengeld. Allerdings gilt die Regelung nur für Arbeitnehmer, die am Tage der Arbeitslosmeldung 40
Jahre oder älter sind.

 

 

 Arbeiten als Uitzendkracht

 Für viele Menschen kann die Arbeit als Uitzendkracht ein guter Einstieg in eine Festanstellung sein. Im Gegensatz zu Deutschland hat in den Niederlanden die Zeitarbeit keinen negativen Beigeschmack. Der Einstieg in eine Festanstellung geht fast ausschließlich über Zeitverträge. Vielerorts beauftragen Betriebe gleich mehrere Uitzendbureaus mit der Personalbeschaffung und –auswahl. So ist es nicht selten, dass man in einem niederländischen Betrieb als Uitzendkracht anfängt und später einen festen Arbeitsvertrag bekommt. Uitzendkrachten (Zeitarbeitskräfte) werden aber auch eingesetzt, um Überstunden und Krankenstand zu überbrücken oder Saisonarbeit zu bewältigen. Sehr gefragt sind Uitzendkrachten in der Industrie, im Gesundheitswesen, im Büro, in der Gastronomie und in der Technik. Für Berufsanfänger und –rückkehrer bietet Uitzendarbeit eine gute Möglichkeit, Arbeits- und Berufserfahrung zu sammeln und viele Betriebe kennen zu lernen. Weitere Argumente für eine Arbeit als Uitzendkracht sind Flexibilität (Arbeitszeit) und Abwechslung (Einsatzort und –betrieb). Uitzendbureaus in den Niederlanden haben die Funktion einer Arbeitsvermittlung.
Uitzenden: • aussenden
• übertragen
Uitzendkracht: • Zeitarbeitskraft
• Zeitarbeitnehmer
Uitzendbureau: • Vermittlungsbüro
• Büro für Zeitarbeit
• Zeitarbeitsunternehmen
Der erste Schritt
Wenn Sie ein Uitzendbureau mit der Stellensuche beauftragen (dies ist für Sie kostenlos), werden folgenden Angaben bzw. Unterlagen benötigt:
• Ihr Name, Ihre Adresse und Telefonnummer
• Ihre Sofinummer oder Burgerservicenummer (kombinierte Sozialversicherungs- und Steuernummer). Wenn ein
deutscher Arbeitnehmer zum ersten Mal in den Niederlanden arbeitet, erhält er vom Finanzamt diese Nummer
nur mit Voranmeldung. Ohne diese Nummer darf er nicht arbeiten.
• Eine Bank- oder Postbankverbindung in den Niederlanden (oft hilft hierbei das Uitzendbureau)
• Die Art der Arbeit, die Sie verrichten wollen
• Die von Ihnen gewünschten Arbeitszeiten und der Zeitraum in dem Sie arbeiten wollen
• Informationen über Ihre Ausbildung, Arbeitserfahrung und weiteren Kenntnisse (evtl. Lebenslauf)
• Ihren Personalausweis
• Die maximale Fahrzeit zu Ihrem Arbeitsplatz
• Besitzen eines eigenen PKW’s
Für ein Uitzendbureau ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre Stelle so schnell wie möglich antreten können und flexibel sind.
Wenn für Sie eine passende Arbeit gefunden wurde, werden Sie sofort angerufen oder per Postkarte benachrichtigt.

 

Ohne Regeln geht es nicht
Auch flexible Arbeit ist an feste Regeln gebunden, an die sich alle Beteiligten (Firmen, Uitzendkrachten und
Uitzendbureaus) halten müssen.
1. Bevor Sie die Arbeit aufnehmen, informiert man Sie über die Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen des
jeweiligen Betriebes.
2. Das Uitzendbureau ist stets bemüht einen Ihren Wünschen entsprechenden Arbeitsplatz für Sie zu finden.
Dennoch kann es vorkommen, dass Sie ein Angebot nicht annehmen möchten und es ablehnen. Das
Uitzendbureau wird sich dann um eine andere Arbeitsstelle für Sie bemühen.
3. Verläuft die Arbeit nicht wunschgemäß oder haben Sie sonstige Schwierigkeiten in der Firma, wenden Sie sich
bitte sofort an Ihr Uitzendbureau.
4. Können Sie sich (aus welchem Grunde auch immer) nicht an Vereinbarungen halten, verlassen Sie Ihren
Arbeitsplatz bitte nicht bevor Sie mit Ihrem Uitzendbureau Rücksprache gehalten haben. Bleiben Sie so lange
wie Vereinbart bei der Firma. Die Mitarbeiter Ihres Uitzendbureaus werden so schnell wie möglich die Probleme
mit Ihnen besprechen und mit Ihnen gemeinsam eine Klärung herbei führen.

 

 

 Besondere Urlaubsregelungen

 Es gibt eine Reihe von gesetzlichen Regelungen, wodurch Arbeit und Betreuung besser kombiniert werden können. Wenn von Lohnfortzahlung oder von einer Vergütung die Rede ist, können diese ohne weiteres nach Deutschland ausgeführt werden. Neben den gesetzlichen Regelungen wurden in vielen Tarifverträgen (CAO`s) ergänzende Vereinbarungen zu Urlaubsregelungen getroffen. Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaub (inklusive Adoptionsurlaub) Im Zusammenhang mit der Mutterschaft haben Sie Anspruch auf mindestens 16 Wochen Leistungszahlung. Die Leistungen bei Schwangeren und bei Mutterschaft betragen 100% Ihres Lohnes, der von der UWV (Bearbeitungsstelle für Arbeitnehmerversicherungen) ausbezahlt wird. Wann Ihr Schwangerschaftsurlaub genau beginnt, können Sie in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber festsetzen. Sie können zwischen vier und sechs Wochen vor dem vermeintlichen Zeitpunkt der Entbindung Ihre Arbeit einstellen. In jedem Fall dürfen Sie vier Wochen vor dem Entbindungstermin sowie sechs Wochen nach der Entbindung nicht arbeiten. Sie haben insgesamt immer Anspruch auf 16 Wochen Urlaub (mindestens zehn Wochen Urlaub sind verpflichtend). Wenn sich die Entbindung um einige Tage verzögert, werden diese nicht von den sechs verbleibenden Urlaubswochen abgezogen. Sie müssen Ihrem Arbeitgeber einen Antrag mit dem (vom Arzt) beglaubigten Entbindungsdatum vorlegen.
Der Adoptionsurlaub erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Wochen (für beide Partner). Während dieser Zeit erhält der Arbeitnehmer sein vollständiges Gehalt. Den Urlaub kann man höchstens zwei Wochen bevor die Adoption tatsächlich stattfindet in Anspruch nehmen. Unter dem Begriff der "Adoption" wird auch die Aufnahme eines Pflegekindes in die Familie verstanden.

 

Bezahlter Urlaub in Notsituationen

Wenn Sie aufgrund außergewöhnlicher persönlicher Notsituationen (z.B. plötzliche Erkrankung eines Angehörigen aus Ihrem Haushalt) nicht arbeiten können, dann haben Sie Anspruch auf einen kurzzeitigen Urlaub. Dies wird in der gesetzlichen Regelung zum Urlaub in Notsituationen festgesetzt. Ihr Arbeitgeber muss einem ordnungsgemäßen Antrag auf Urlaub in Notsituationen stets stattgeben. Er ist darüber hinaus verpflichtet, Ihr Gehalt wie üblich weiter auszuzahlen. Ihr Arbeitgeber hat das Recht, Urlaub in Notsituationen (innerhalb bestimmter Grenzen) als gewöhnliche Urlaubstage zu betrachten. Sie müssen damit wohl ausdrücklich einverstanden sein. Bei Urlaub in Notsituationen geht es immer um eine begrenzte Zeit, um einige Stunden oder höchstens um einige Tage. Manchmal sind ein paar Stunden ausreichend, in anderen Fällen werden Sie sich einige Tage freinehmen müssen.

 

Zehntägiger Pflegeurlaub
Als Arbeitnehmer können Sie innerhalb eines Jahres maximal zehn Tage Pflegeurlaub bekommen. Sie müssen den
Urlaub nicht unbedingt zusammenhängend nehmen. Der Pflegeurlaub ist dazu bestimmt, ein zu Hause lebendes
krankes Kind oder einen kranken Partner oder Elternteil zu versorgen (im Regelfall 1 Tag). Gelingt es nicht, für die weitere Pflege eine geeignete Lösung zu finden, können Sie unter bestimmten Bedingungen einen zehntägigen Pflegeurlaub in Anspruch nehmen. Darüber hinaus gilt, dass Sie nur dann Urlaub erhalten, wenn Sie den Kranken versorgen müssen und Ihr Partner die Pflege nicht übernehmen kann. Bei einem Pflegeurlaub benötigen Sie eine Genehmigung. Diese kann abgelehnt werden, wenn der Betrieb dadurch in ernsthafte Schwierigkeiten gerät. Während des Urlaubs muss der Arbeitgeber mindestens 70% des Lohns weiter zahlen. In Ihrem Tarifvertrag können abweichende Vereinbarungen getroffen worden sein.

 

Unbezahlter Erziehungsurlaub
Wenn Sie nach der Entbindung zeitlich weniger arbeiten möchten, können Sie Ihr Recht auf Erziehungsurlaub geltend machen. Der bestehende Arbeitsvertrag bleibt während des Erziehungsurlaubs bestehen. Um Erziehungsurlaub zu bekommen, müssen Sie mindestens ein Jahr bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt sein. Sowohl Sie als Ihr Partner können Erziehungsurlaub nehmen. Dies ist unabhängig von der Stundenanzahl, die Sie arbeiten. Sie können für jedes Kind unter acht Jahren ein Mal Erziehungsurlaub nehmen. Wie viel Urlaubszeit Sie wöchentlich nehmen können, ist von der Stundenanzahl abhängig, die Sie arbeiten. Sie haben höchstens Anspruch auf 13 x die Anzahl Ihrer wöchentlichen Arbeitsstunden. Der Urlaub dauert maximal sechs Monate. Ein Beispiel. Wenn Sie 24 Stunden pro Woche erwerbstätig sind, dann haben Sie somit Anspruch auf maximal 312 Stunden (13 x 24 Stunden) Erziehungsurlaub. Dies bedeutet standardmäßig, dass Sie sechs Monate lang zwölf Stunden Urlaub pro Woche nehmen können. Wenn Sie den Erziehungsurlaub anders einteilen möchten, z.B. mehr/weniger Urlaubsstunden pro Woche über einen längeren/kürzeren Zeitraum, dann muss der Arbeitgeber dem zustimmen. Sie können den Urlaub nehmen, solange das Kind das achte Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Sofern der Arbeitgeber keine wichtigen Gründe anführt die dagegen sprechen, können Sie selbst bestimmen, an welchen Tagen Sie frei nehmen. Der Urlaub muss immer an einem Stück und ohne Unterbrechung genommen werden. Im jeweiligen Tarifvertrag können abweichende Bestimmungen getroffen worden sein.
April 2008